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Protestversammlung in Wiesen/Pfitsch - WIESENER ERKLÄRUNG


Verärgerung über BBT-Pläne in Pfitsch
Widerstand in der Bevölkerung wächst

Bei einer gut besuchten Bürgerversammlung im Haus der Dorfgemeinschaft in Wiesen/Pfitsch haben gestern Abend die Umweltgruppe Wipptal, die Transitinitiative Südtirol/Sudtirolo und die Südtiroler Grünen zum Widerstand gegen die Errichtung der Baustellen für den Pilotstollen in Pfitsch aufgerufen.

Über 250 Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Wipptal waren der Einladung der Organisatoren gefolgt und wurden von Sepp Kusstatscher, Christl Kury, Hans Heiss, Willi Seppi und Markus Lobis über verschiedene Aspekte des BBT-Projektes und die Gründe informiert, die gegen das unsinnige Mega-Vorhaben sprechen.

Sowohl in den Beiträgen der Redner als auch in den Diskussionsbeiträgen aufgebrachter Teilnehmer wurde deutlich, dass der Schock über die Verwüstungen bei der Baustelleneinrichtung in Mauls tief sitzt. Der Bevölkerung wurde dadurch eindrücklich vor Augen geführt, was auf die Landschaft, die Dörfer und die Menschen im Wipptal zukommt, wenn die Arbeiten erst mal ihren Anfang nehmen.

Durnwalder verantwortlich gemacht

Im Verlauf des Abends wurde immer wieder massive Kritik am Verhalten der örtlichen politischen Vertreter und an Landeshauptmann Durnwalder laut, der in den Augen der Teilnehmer als wichtigster Promotor des unsinnigen Großvorhabens tätig ist und dabei wenig Rücksicht auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger nimmt.

Die Argumente und Forderungen der Versammlung wurden in der „Wiesener Erklärung“ (Word-Dokument - 277 kB) zusammengefasst, die anschließend von den Anwesenden unterschrieben wurde und die in den nächsten Wochen in verschiedenen Orten des Wipptales zur Unterschrift aufliegen wird.

Transitintiative Südtirol/Sudtirolo
Markus Lobis, Sprecher/portavoce


"Nachfrage" an Markus Lobis in ff No. 04/2007

Der Sprecher der Transitinitiative Südtirol über die Verärgerung der Eisack- und Wipptaler über die BBT-Pläne und die „Wiesener Erklärung“.

ff: In Mauls und Aicha haben die Arbeiten für den Pilotstollen begonnen, und die Wipptaler selbst melden in Bürgerversammlungen Widerstand an. Was ist los im Eisack- und Wipptal?
Markus Lobis: Nach dem Schock von Mauls wurde den Bürgern bewusst, was passiert und auf sie zukommt, wenn die Bagger auffahren. Schon diese ersten Eingriffe greifen massiv in Landschaft und Lebensqualität ein.
ff: Was hat man vor?
Lobis: Auf die Phase der Information folgt nun die Phase des Widerstandes, der auf die Versenkung des BBT-Projektes abzielt. Dieses Projekt löst keines unserer Probleme und wird einzig und allein von Durnwalder und einigen Leuten der sogenannten „Wirtschaft“ vorangetrieben.
ff: Deshalb die „Wiesener Erklärung“?
Lobis: Sie ist ein Stimmungsbild nach der Protestveranstaltung in Wiesen. Dieser Widerstand soll nun massiv verstärkt werden. Einige Menschen haben bei den Protestveranstaltungen bereits angekündigt, die Baustellen zu besetzen, wenn in Pfitsch die Bagger kommen.
ff: Glaubt man denn, dass man eine Chance hat mit diesem Widerstand?
Lobis: Absolut. Die Chancen, dass der Tunnel nicht gebaut wird, sind wesentlich größer als dafür, dass er gebaut wird.
ff: Wie geht es weiter?
Lobis: Verschiedene Gruppen planen in der nächsten Zeit Protestmaßnahmen. Wir sind dabei, uns abzustimmen. Die Menschen sind sehr aufgebracht, insbesondere gegen den Landeshauptmann.

Aus "ff" No. 04 vom 25. Januar 2007, S. 63
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